Der FC „Wacker” in der Vorkriegszeit

In der Neujahrsnacht zum 1. Januar 1920 gründen – so die erste Satzung – fußballmotivierte junge Leute im Landgasthof Ackermann einen Fußballclub. Erster Vorstand wurde Josef Augsten, Appreturmeister in der Tuchfabrik Sauerbrunn. Nachträglich gab man dem neuen Club den stolzen Beinamen "Wacker", wohl nach dem Vorbild renommierter Großstadtvereine. Man spielt vorerst im Erdbeertal.

Die sogenannte "wilde" Fußballzeit geht 1923 zu Ende. Der "Wacker" wird in das amtliche Vereinsregister eingetragen. Man spielt im Bezirk I des Fußball-Gaues "Lauter", etwa im Bereich des Lautertales. Die erste Vereinssatzung datiert vom Januar 1924. Der Fußballplatz ist inzwischen hinter dem Langentaler Weiher.

Im Jahr 1926 erlebt der Verein seine ersten stolzen Erfolge. Die 1. Mannschaft erkämpft den Meistertitel in ihrem Bezirk. Das Entscheidungsspiel um die Meisterschaft in ihrem Gau geht verloren. Die 1. Jugend wird zweifacher Meister. Sie wird Meister in ihrer Gruppe und Meister im Gau "Lauter". Der FC "Wacker", 100 Mitglieder stark, im Ruf einer Fußball-Hochburg, erfreut sich eines aufblühend sportlichen, geselligen und kulturellen Vereinslebens. Die Aufstellung einer Faustball- und Leichtathletik-Abteilung, eine Hauskapelle und ein Sänger-Doppelquartett zeugen davon, wie auch die Bildung einer Sanitätskolonne. Ein Vergnügungsausschuss sorgt für ein buntes Vereinsprogramm, unter anderem mit Theater- und Faschingsabenden, mit der traditionellen Weihnachtsfeier sowie Tanz- und Kaffee-Kränzchen.

1927 stellt der im Jahr 1923 gegründete Arbeiter-, Turn- und Sportverein eine Fußballmannschaft auf. In Weidenthal gibt es nun drei fußballspielende Vereine. Zu seinem 10-jährgen Vereinsjubiläum 1930 ist der "Wacker" Ausrichter des Gau-Tages "Lauter", sicherlich das größte Ereignis seiner Vorkriegsgeschichte. Die Weltwirtschaftskrise und Massenarbeitslosigkeit werfen bereits ihre Schatten voraus. Im Jahr 1932 ist die Vereinskasse leer, der Verein muß seine Mannschaften abmelden.

Nach einer kurzen Scheinblüte in den politischen Umbruchjahren 1933/34, durch Neuzugänge aus dem verbotenen Arbeiter- und DJK-Sport, werden der "Wacker", der Turnverein und der Kegel-Club nach wiederholten Anläufen zwangsweise "gleichgeschaltet" im NS-Großverein VfL. Gezielt wird damals "im Reich" die Konzeption des Sportes umfunktioniert zum Wehrsport. In den Kriegsjahren 1939 bis 1945 schläft das Vereinsleben ein. Otto Eimer, letzter Schriftführer des "Wacker" vor dem Krieg, rettet die Protokollbücher über die Zeit des Zusammenschlusses.



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