Großer Erfolg, aber Fortsetzung ungewiss

ORTSTERMIN: Das Knutfest und die „Weltmeisterschaft“ im Weihnachtsbaumwerfen war mit über 1000 Besuchern wieder ein großer Erfolg. Die Organisatoren haben schon überlegt, ob es das letzte seiner Art sein soll – wegen des großen Aufwandes. Der große Zuspruch am Sonntag und die hohen Erwartungen könnten die Veranstalter von FC Wacker aber vielleicht noch einmal umstimmen.
Guggemusik und Glühwein, Weihnachtsbaumfeuer und Wurfdisziplinen: Besucher aus nah und fern strömten am Sonntag zum nunmehr elften Knutfest im Langental, veranstaltet von den „Alten Herren“ unter Mithilfe der Aktiven des FC Wacker Weidenthal. Während das Feuer loderte und die Fun-Athleten ihre Kräfte maßen, trugen die „Speyrer Brezelkracher“ dazu bei, die bösen Geister des Winters mit „Pauken und Trompeten“ auf fetzige, schräge und unterhaltsame Weise zu vertreiben.
Paare, Wandergruppen, Familien mit Kindern fanden sich im Langental ein; manche zogen ihren abgeschmückten Weihnachtsbaum hinter sich her, der ein würdiges Ende im Feuer finden sollte. Feuermeister Reiner Nabinger und sein Team hatten einmal mehr alle Hände voll zu tun.
Fest-Chef Herbert Laubscher verkündete die Wettkampfbedingungen, während das Bewirtungsteam unter Leitung von Manfred Kirr, Schriftführer der „Wackeraner“ und Bürgermeister der Verbandsgemeinde, die Verpflegung der Gäste sicherte. Mit perfektem Schlagzeug sowie kraftvollem Bläserklang brachten die Guggemusiker Bewegung ins Publikum.
Eine Festbesucherin erzählte, sie habe Kontakt mit Bekannten, die gerade in Thailand weilten und dort im Fernsehen einen Bericht über das Weidenthaler Event gesehen hätten. „Wenn man schon in aller Welt davon hört, dann sollte ich mir das auch mal ansehen“, so die Lambrechterin.
Eine muntere Gruppe scharte sich um Weltmeisterin Susanne Kermann aus Hambach und Helga Riedel, die im letzten Jahr den dritten Rang erzielt hatte. Beide nahmen auch heuer wieder teil. „Wir haben unseren Weihnachtsbaum nicht mitgebracht, der wird fürs Spießbratenfeuer gebraucht“, flachste einer. „Manche von uns haben heimlich geübt und sich hierfür einen Baum vom örtlichen Sammelplatz besorgt.“ Die Weltmeisterin selbst betonte, dass sie zwar sportlich sei, aber nicht trainiere. „Im letzten Jahr verließen wir das Fest wegen der Kinder vor der Siegerehrung, und so las ich vollkommen überrascht in der Zeitung, dass ich gewonnen hatte“, ergänzte Kermann.
Viele Gäste kamen mit dem Auto auch von Speyer, Kaiserslautern, Saarbrücken, Alzey, Ludwigshafen, Mannheim, Wiesbaden, Bad Kreuznach, Karlsruhe. Eine große Gruppe, bestehend aus vier Mußbacher Familien, hat „in Esthal geparkt und ist mit den Kindern hierher gewandert“.
Auch bei Kindern und Jugendlichen sind die Wurfdisziplinen beliebt. Zu ihnen gehört der elfjährige Nils aus Weidenthal, der seit fünf Jahren vom Wettkampffieber gepackt ist und alles gibt. Die Jugendlichen Franziska, Alex und Michel kamen mit ihren Eltern aus Westheim. „Wir haben unseren Baum nicht dabei, sind aber sehr gespannt auf das Baumwerfen“, erklärten die Geschwister und diskutierten noch aus, wer von ihnen selbst mitmachen sollte. Mit 92 Teilnehmern konnte man einen Rekord verzeichnen, und auch die Zahl der Wettkämpferinnen ist mit 42 anteilig gestiegen. Bei den Herren verteidigte Lokalmatador Frank Schwender seinen Titel, knapp gefolgt von Ully Zahn aus Böhl und Holger Koch aus Haßloch, die alle drei die 22-Meter-Marke überwanden. Weltmeisterin 2013 wurde Kerstin Blank aus Speyer mit 12,05 Metern. Dichtauf lagen Helga Riedel aus Kaiserslautern und Petra Kobischke aus Neustadt.
„Die Werbeaktivitäten zum diesjährigen Knutfest lagen unter dem Vorbehalt, dass am 21. Dezember die Welt nicht untergehe“, so Herbert Laubscher mit einem Schmunzeln. „Unsere Weltuntergangsparty stieg an diesem Abend im Gasthaus am Weiher“, ergänzte Ralf Schwindinger, Spielleiter beim Verein. Nach dem Feuerwerk um Mitternacht habe man aber feststellen müssen, dass alles wie gewohnt weiterlief. „Wir mussten unsere Rechnungen bezahlen und das Konzept fürs Knutfest vom letzten Jahr aus der Schublade holen“, scherzte Schwindinger.
Auch das 11. Weidenthaler Knutfest wird sicherlich in bester Erinnerung bleiben, resümierte Herbert Laubscher. Ob es die „Wackeraner“ damit nun auch bewenden lassen oder ob es im nächsten Jahr eine Neuauflage gibt, das lässt Laubscher noch offen. „Man soll dann aufhören, wenn es am Schönsten ist, wir werden sehen“, so seine nicht genau zu deutende Aussage. Der riesige Zuspruch und die damit verbundenen Erwartungen lassen aber eine Fortsetzung der Erfolgsgeschichte „Knutfest und Weihnachtsbaumwerfen-WM“ in Weidenthal eher als wahrscheinlich erscheinen. Wer dann noch die abschließende Party mit DJ Rossi in der Waldfesthalle erlebte, kann sich das auch gar nicht anders vorstellen. (anzi)

Bericht der Rheinpfalz von 08.01.2013