Highland- Games in Weidenthal

Sangeskünstler John Cashmore und seine Mitmusiker bringen den Geist Schottlands ins Lambrechter Tal

John


Von Hans Kraus

Weidenthal. Über das vom Fußballverein „Wacker” organisierte Konzert des Opern- und Musicalstars John Cashmore wird man in Weidenthal und Umgebung sicher noch lange begeistert sprechen. Der britische Sänger verstand es dort am Samstag, mit sympathischem Auftreten, ausgezeichneter Stimme und vielen bekannten und hierzulande auch weniger bekannten Liedern, den „Spirit of Scotland” aufleben zu lassen und sich viele neue Freunde zu schaffen.
Flankiert von seiner Ehefrau Kaybee, die auch singend in Erscheinung trat und zusätzlich am Mischpult für den guten Ton zuständig war, dem Pianisten Stephan Weiler, dem Trommlerduo „Flying Sticks” und dem Dudelsackspieler „Freddy the Piper”, startete Cashmore sein Schottland-Programm mit einem seiner persönlichen Lieblingssongs, „My Love Is Like A Red Rose”, geschrieben von Schottlands bekanntem Lyriker Robert Burns, nachdem er zuvor Hände schüttelnd durchs Publikum gelaufen war und viele der Konzertbesucher persönlich begrüßt hatte.
Bei diesem Stück bot sich dem im englischen Birmingham geborenen Cashmore, nur von Stefan Weiler am Flügel begleitet, gleich die Gelegenheit, seine außergewöhnliche Klasse zu zeigen, deretwegen er schon vor Luciano Pavarotti oder mit José Carreras in dessen TV-Galashow auftreten durfte. Cashmores ausgebildete Tenorstimme setzte seine Zuhörer von Anfang an in angenehmes Erstaunen und brachte ihm nach jedem Beitrag lautstarken Beifall und zustimmende Rufe ein. Die schwierige Aufgabe, qualitativ hochkarätigen Gesang mit leichter Unterhaltungs- und traditioneller Volksmusik in Verbindung zu bringen, meisterte er locker und schaffte sogar noch das Kunststück, dem musikalischen Gemisch mit allerlei witzigen Sprüchen eine kräftige Prise Humor mit auf den Weg zu geben. So lüftete er im Laufe des Abends auch gleich zweimal das Geheimnis, was ein Schotte unter dem Rock trägt.

Zu „Westering Home”, einem Stück des Glasgower Komponisten Hugh S. Roberton, verstärkten sich Weiler und Cashmore dann erstmals um die Trommler Dirk Schäfer und Benjamin Klein, zusammen „The Flying Sticks”, und „Freddy the Piper”, der mit seinem Dudelsack erst so richtig echtes Schottland-Feeling auf die mit Flaggen und Säulen schön dekorierte Bühne zauberte. Gemeinsam spielte diese Gruppe außerdem einen der bekanntesten Folksongs aus den Highlands überhaupt, „Loch Lomond”, dessen Melodie auch die Grundlage für die Hymne des in dieser Saison aus der 1. Bundesliga abgestiegenen Fußballvereins 1. FC Köln bildet. John Cashmores Gattin Kaybee, eigentlich eine Deutsche mit dem Namen Kerstin Brühl, die neben ihrem Mann schon mehrere Hundert Mal im von Eric Woolfson geschriebenen Musical „Gaudi” auf der Bühne stand, brachte dann mit voluminöser Stimme den Klassiker „Amazing Grace” zu Gehör und durfte sich dafür über sehr viel Applaus freuen.
Herbert Laubscher, 2. Vorsitzender der „Wackis”, wie die Weidenthaler Fußballer genannt werden, nutzte im Anschluss die Pause, um unter den Anwesenden Original-Whiskypakete zu verlosen. Mit etwas Glück und Gottes Hilfe ging eines davon an den Pfarrer von Lambrecht. Nach dieser kurzen Unterbrechung ging es weiter im Programm mit „Over The Sea To Skye”, einem Titel, der sich mit der Flucht von Charles Edward Stewart, besser bekannt als Bonnie Prince Charlie, beschäftigt, der nach der verlorenen Schlacht bei Culloden (natürlich gegen die Engländer) in Frauenkleidern auf die Insel Skye entkommen konnte.
Einen Höhepunkt im Programmablauf bot dann ein Soloauftritt von „Freddy the Piper”, der zu dem Lied „The Bloody Fields Of Flanders” nicht nur auf den „Small Pipes” spielte, sondern wie ein Bauchredner auch gleichzeitig dazu sang. Die „Flying Drumsticks” bekamen ebenfalls Gelegenheit, sich solistisch zu beweisen, und auch Kaybee Cashmore hatte mit Psalm 23 noch einmal die Chance, ihre markante Rockröhrenstimme vorzustellen. Dazwischen war es natürlich immer wieder John Cashmore selbst, der mit unvergleichlicher Stimme brillierte. Mit der keltischen Ballade „You Raise Me Up” als letzte Zugabe verabschiedeten sich er und seine Mitmusiker schließlich von ihren Weidenthaler Fans, von denen viele im Anschluss mit einer der an der Theke angebotenen Whiskyspezialitäten mit dem Meistertenor anstoßen durften.

 

Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Mittelhaardter Rundschau
Ausgabe: Nr.112
Datum: Montag, den 14. Mai 2012
Seite: Nr.27
"Deep-Link"-Referenznummer: '8988997'
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