Eine Dose Leberwurst für den Verlierer

Weidenthal: FC Wacker lädt zum ersten Weidenthaler Darts-Master – 83 Teilnehmer aus dem Dorf

Von Jochen Willner

 

„Jaaaa“, schrie Timo Motzel. Gerade hatte er die 20 auf der Dartscheibe getroffen.
Ort des Geschehens war nicht etwa der Alexandra Palace in London, sondern die Waldfesthalle am Sportplatz des FC Wacker Weidenthal, der erstmals die Weidenthaler Darts-Masters aufgerufen hatte. 83 Akteure begaben sich auf die Spuren der Darts-Legende Phil Taylor und spielten um den Sieg. Am Ende durften sich die Bewohner der zweiten Mannschaft im Langental als die „Ersten Darts-Stroße-Champion von Weidenthal“ bezeichnen.

Spannender hätte es bei der Premiere nicht sein können. Um jeden Punkt wurde bis zuletzt gekämpft. Nach zwei Partien in der Vorrunde sowie weiteren Siegen im Viertel- und Halbfinale standen sich nach knapp vier Stunden Spielzeit die Teams Langental II und Weißenbach im Endspiel gegenüber. Jeweils fünf Spieler mussten in zwei Durchgängen mit je drei Würfen auf die Dartscheibe eine möglichst hohe Punktzahl erreichen. Gespielt wurde nach dem „High Score Modus“, auf gut Pfälzisch „’s werd alles zammegezehlt“. Es war im Tal nicht das Spiel Mann gegen Mann oder Frau gegen Frau, sondern das Mannschaftsergebnis zählte. Das Besondere: Es wurden nur Mannschaften mit Teilnehmern zugelassen, die in jener Straße gemeldet sind.
So flogen reihenweise die Pfeile auf die Scheiben. Am Ende siegte das Team Langental II mit 397 zu 379 Punkten. Da hatte André Nabinger mit seinem Team Eisenkehl längst das Turnier beendet. Das hatte Gründe: Sie kamen als Drittplatzierter nicht über die Vorrunde hinaus. „Dabei sein ist alles. Das Wichtigste ist der Spaß an der Sache“, nahm es Nabinger sportlich. Und den hatten alle Akteure, darunter auch Dirk Braunbach, der mit seinem Team Sensental immerhin noch den Weg ins Viertelfinale schaffte, sich aber dort dem späteren Finalisten Weißenbach geschlagen geben musste.


Drei Scheiben hatten die Initiatoren Christopher Milloth und Ralph Rosenthal an der Wand befestigt. Nach jedem Wurf wurden die Punkte zusammengezählt, während Rosenthal kompetent und humorvoll die Würfe kommentierte. „Es soll alles unkompliziert sein. Die Gaudi steht im Vordergrund“, so Rosenthal, der bei den sommerlichen Temperaturen ebenfalls ins Schwitzen kam. „Unser Ziel ist es, ein Dorfturnier zu installieren, bei dem jeder mitmachen kann. Dass wir bei unserer Premiere gleich zwölf Mannschaften haben, freut uns besonders“, sagte Rosenthal. Die Fortsetzung ist jedenfalls gesichert.

An Ideen mangelt es den Verantwortlichen beim FC Wacker keinesfalls. Sie wollen die Dorfgemeinschaft auch über den Verein hinaus fördern. Auch diesmal ließ sich Milloth was besonderes einfallen.
Für die schlechtplatzierteste Mannschaft der „Weidenthaler Darts Master“ gab es ebenfalls ein Präsent: ein Kerzenständer vom Sperrmüll und dazu eine Dose Leberwurst.

Quelle

Die Rheinpfalz Mittelhaardter Rundschau - Nr. 13